Anmelden

Newsletter abonnieren

Sie sind hier

Warum ich barfuss laufe – Teil 1

Nicole Turtschi

Die ehemalige Leistungsportlerin arbeitet auf selbstständiger Basis als Personaltrainerin, leitet selbstentwickelte Gruppentrainings, coacht in Ernährung, betreut internationale Sportler und hält Vorträge.

Gründerin und Betreiberin von xung.
XUNG MACHT YUNG

Weitere Beiträge

Zum Kommentieren bitte anmelden

Einloggen

Passwort vergessen?
Neu bei Vituro? Hier kannst du dich als EGK-Versicherter oder als Nicht-Versicherter registrieren.
08.09.2019 – 0 Kommentare

Hast du schon mal so richtig genau Kleinkinder beim Gehen oder Laufen beobachtet? Ich meine, so richtig beobachtet. Ist dir dabei aufgefallen, dass sie sich eigentlich alle relativ ähnlich bewegen und der Laufstil der Erwachsenen Personen deutlich von dem der kleinen Kinder abweicht? In diesem Beitrag erkläre ich dir, weshalb das so ist und warum ich barfuss laufe.

In meinen Trainings, besonders in den Personal Trainings, wo ich mich sehr stark auf eine Person, ihre Bewegungen und ihren Körper konzentrieren kann, beobachte ich immer wieder, dass viele Menschen hin und wieder Schmerzen haben. Besonders oft scheint mir das der Fall im Rücken, in den Knien oder in der Hüfte zu sein. Ebenfalls war ich erstaunt, wie viele Personen an Platt-, Senk- oder Spreizfüssen leiden und wirklich absolut keine Kraft in ihrer Fussmuskulatur haben.
In den letzten Jahren hat sich mein Bewusstsein für den Körper und seine natürlichen Abläufe und Bewegungen recht stark entwickelt. Ich kam weg vom isolierten Training an fixen Kraftgeräten und habe mein eigenes funktionelles Outdoortrainigskonzept entwickelt. Ich habe gemerkt, dass diese Art von Bewegung mir und meinen Kunden wirklich guttun. Es ist eine Kraft, eine Ausdauer und eine Geschicklichkeit, welche sie im Alltag anwenden können. Sie werden nicht nur körperlich fitter, sondern auch geistig.

Weshalb ich das nun alles gerade erzählt habe? Ich habe ebenfalls erst vor wenigen Jahren wirklich begriffen, dass a) viele Beschwerden durch eine richtige Gangart und Fussmuskulatur vermieden hätten werden können und b), dass wir uns sehr stark von unserer eigenen (menschlichen) Natur entfernt haben. Dies mag vielleicht für einige Leser schon längst klar sein. Ich dachte davor auch schon, dass ich das wisse; jetzt WEISS ich es aber wirklich. UND ich mache etwas dagegen.

Deshalb kannst du nun hier diesen Beitrag lesen. Ich möchte, dass auch du, wenn du dies für eine gute Idee hältst, etwas für mehr Natürlichkeit und weniger Beschwerden tun kannst.

Einer der häufigsten Gründe für Gelenkschmerzen
Beobachte heute auf der Strasse mal die Gangarten der Personen (bitte urteile nicht darüber). Wie gehen Sie? Wo berührt der Fuss als erstes den Boden? Ferse, in der Mitte oder auf dem Vorderfuss? Innenseite oder aussen? Wie sind die Füsse geführt? Machen sie einen Bogen gegen innen oder aussen, wenn die Person einen Schritt nimmt? Wie sind die Beine? Sind sie gestreckt oder immer angewinkelt? Tönt es laut oder leise? Wird der Boden fast erschüttert bei jedem Schritt oder schwebt die Person nur so über den Asphalt? Wie bewegt sich der Körper im Verhältnis zu den Schritten? Bleiben die Schultern gerade oder bewegen Sie mit? Dreht sich der Oberkörper oder ist er steif? Wackelt der Kopf oder ist er starr?

Ebenso macht es Sinn, dies bei dir selbst zu beobachten.Gerne teile ich hier meine Beobachtungen mit dir. Ich stelle fest, dass die Mehrzahl (nicht alle!) der Menschen immer zuerst mit der Ferse zu Boden kommt. Meistens nicht sehr sanft. Ebenfalls werden die Knie nicht hüftbreit nach vorne geführt, sondern meistens in einer leichten X-Bewegung (Knie gehen gegen innen). Auch sehe ich, dass die Belastung zwischen innen und aussen am Fuss nicht stimmt und einige Personen gar bei jedem Schritt einen Einknick in der Innenseite des Fusses haben. Ich beobachte, dass die Beine beim zu Boden kommen des Fusses (was ja über die Ferse geschieht), meist durchgestreckt sind. Dies wiederum gibt einen Schlag ins Knie und teilweise sogar ins Hüftgelenk. Auch beim Stehen haben wirklich praktisch alle (ich treffe wenige Ausnahmen pro Jahr) die Knie immer durchgestreckt. Sie „rasten“ wie die Gelenke ein, während sie stehen. Dies, da die Muskeln dann entspannen können. Leider muss so das Gelenk (und der Meniskus) die ganze Last unseres Körpers tragen, was eigentlich von den Muskeln übernommen werden könnte. Auch geht der Druck (und die vorher genannten Schläge) weiter in den unteren Bereich des Rückens. Bei Kindern ist das nicht so. Du wirst dies direkt erkennen.

Wie es sein sollte
Versuche mal, nur auf den Zehenspitzen zu laufen. Frauen (oder auch Männer) können sich dabei gerne vorstellen, wie sie in Schuhen mit hohen, dünnen Absätzen laufen müssten (für mich ein müssen, nicht ein dürfen, ja). Su wirst sofort feststellen, dass deine Knie nicht mehr durchgestreckt sind und du weniger „schwer“ läufst, es ist leichter und weniger ein Trampeln. Dann konzentriere dich darauf, dass du auch unter der grossen Zehe (beim Fussballen innen) Belastung hast beim hinten Abstossen sowie beim vorne zu Boden kommen. So ist dein Fuss gleichmässig belastet. Das klassische Abrollen kann ich aus den vorgenannten Gründen nicht empfehlen.

Im Teil 2 erfährst du, wie du dies ändern kannst, welche Vorteile das Barfuss gehen hat, was Barfussschuhe sind und wo Vorsicht geboten ist.

Möchtest du gerne persönliche Unterstützung bei deinem Laufstil oder eine Analyse deiner Gangart? Gerne helfe ich dir in einem Personal Training, deine Fehler zu korrigieren und deine Leistung und Gesundheit zu verbessern. Stelle mir deine Frage auf www.xung.ch/personaltraining
Deine Nicole Turtschi von Xung macht Yung